1. Oktober 2026

Nachhaltig sagen reicht nicht mehr. Gut so.

Seit dem 27. September 2026 gilt in Deutschland eine neue Regel: Wer in der Außenkommunikation behauptet, sein Produkt oder Unternehmen sei „nachhaltig“, „klimaneutral“ oder „umweltfreundlich“, muss das ab jetzt belegen können.

Die EmpCo-Richtlinie der EU – offiziell „Empowering Consumers for the Green Transition“ – ist seit dieser Woche verbindlich. Deutschland hat sie im Dezember 2025 durch eine Novelle des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) in nationales Recht überführt. Selbstgemachte Nachhaltigkeitssiegel ohne unabhängige Zertifizierung sind nicht mehr zulässig. Pauschale Claims ohne Nachweis auch nicht.

Seit dem 27. September 2026 gilt in Deutschland eine neue Regel: Wer in der Außenkommunikation behauptet, sein Produkt oder Unternehmen sei „nachhaltig“, „klimaneutral“ oder „umweltfreundlich“, muss das ab jetzt belegen können.

Die EmpCo-Richtlinie der EU – offiziell „Empowering Consumers for the Green Transition“ – ist seit dieser Woche verbindlich. Deutschland hat sie im Dezember 2025 durch eine Novelle des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) in nationales Recht überführt. Selbstgemachte Nachhaltigkeitssiegel ohne unabhängige Zertifizierung sind nicht mehr zulässig. Pauschale Claims ohne Nachweis auch nicht.

Ich finde das richtig und komplett überfällig. Und ich glaube, für wirklich nachhaltige Unternehmen ist das eine große Chance.

Warum das Gesetz überfällig war

Nachhaltigkeit war lange das einfachste Versprechen der Welt. Man musste es nur sagen.

Ein grünes Logo hier, ein selbst entworfenes Siegel dort, ein paar Sätze über Verantwortung auf der Unterseite “Werte und Vision” – und schon war man dabei. Kein Nachweis nötig, keine Prüfung, keine Konsequenz.

Das Problem daran: Die Unternehmen, die wirklich etwas verändern, sind in diesem Rauschen untergegangen. Wer ernsthaft nachhaltig arbeitet, hat dafür Zeit, Geld und Energie investiert. Und stand trotzdem gleichauf mit denen, die es nur behauptet haben.

Für Kund:innen war das kaum zu durchschauen. Nicht weil sie nicht aufmerksam wären – sondern weil es schlicht nicht zumutbar ist, bei jedem Kauf eine eigene Recherche zu starten. Das Vertrauen in Nachhaltigkeitsversprechen hat darunter gelitten. Zu Recht.

Was sich jetzt ändert – konkret

Die EmpCo-Richtlinie zieht eine klare Grenze. Was ab sofort gilt:

Umweltbezogene Werbeaussagen müssen wissenschaftlich belegbar sein. Wer „klimaneutral“ sagt, muss zeigen können, wie und warum. Wer „umweltfreundlich“ kommuniziert, braucht eine Grundlage dafür.

Nachhaltigkeitssiegel sind nur noch zulässig, wenn sie auf einem staatlich anerkannten oder durch unabhängige Dritte überwachten Zertifizierungssystem basieren. Das selbst entworfene „Eco-Label“ im Firmendesign ist Geschichte.

Was das Gesetz nicht regelt: Ästhetik. Natürlich wirkende Farben, organische Formen, ein visuelles Gefühl von Ursprünglichkeit – das bleibt erlaubt und legitim. Aussehen kann nicht per Gesetz bestimmt werden. Der Unterschied liegt darin, ob aus einem Ausdruck ein Claim wird.

Die eigentliche Aufgabe: Haltung sichtbar machen

Hier wird es für uns als Kommunikationsdesign-Agentur interessant.

Denn die Frage, die das Gesetz jetzt an jedes Unternehmen stellt, ist keine neue. Sie lautet: Was können wir wirklich vertreten? Und wie machen wir das sichtbar – ohne in leere Sprache zu fallen?

Das ist die Kernaufgabe von wertebasierter Kommunikation. Und sie ist anspruchsvoller, als sie klingt.

Werte zu behaupten ist einfach. Werte zu zeigen bedeutet, Entscheidungen zu treffen – und diese Entscheidungen in der Kommunikation erkennbar zu machen. Welche Materialien werden wirklich verwendet? Welche Lieferketten lassen sich belegen? Welche Ziele sind konkret, welche noch auf dem Weg?

Ehrliche Kommunikation bedeutet nicht, perfekt zu sein. Sie bedeutet, transparent zu sein. Offen für Kritik und neue Ideen, die auf die Werte einzahlen. Und das ist oft die überzeugendere Geschichte.

Nachhaltigkeit neu definieren – als Chance

Viele Unternehmen stehen jetzt vor der Aufgabe, ihre Nachhaltigkeitskommunikation zu überprüfen.

Und das ist die Gelegenheit, die eigene Haltung zu schärfen. Zu fragen: Was tun wir wirklich? Was wollen wir wirklich erreichen? Und wie zeigen wir das, was gemacht wird – ehrlich und transparent.

Wenn wir mit einem Unternehmen zusammenarbeiten und die Außenkommunikation entwickeln, dann ist uns Ehrlichkeit immer ein anliegen. Denn auch das ist nachhaltiger. Und zwar nicht nur im Sinne der Umwelt – sondern auch im Sinne einer Unternehmenskommunikation, die authentisch ist und es auch bleiben kann.

Diese Klarheit ist oft der Anfang von besserem Design.

Was das für deine Marke bedeutet

Wenn ihr Nachhaltigkeitsaussagen in eurer Kommunikation verwendet – auf der Website, in Werbemitteln, auf Verpackungen – lohnt sich jetzt ein ehrlicher Blick:

Welche dieser Aussagen lassen sich belegen? Welche Siegel, die du verwendest, erfüllen die neuen Anforderungen? Und wo gibt es Lücken, die du schließen willst – nicht weil du musst, sondern weil du es vertreten kannst?

Wenn du dabei Unterstützung brauchst – bei der Einordnung, bei der Neuausrichtung deiner Markenkommunikation oder beim Aufbau eines Auftritts, der echte Haltung zeigt – meld dich gerne bei uns für ein unverbindliches und kostenloses Erstgespräch.

Disclaimer: Die Idee zum Artikel entstand durch die Arbeit mit langdock und meinen diktieren Gedanken zu diesem Thema, die erst mal in zwei Linkedin Posts geflossen sind. Da das Thema aber so komplex und wichtig ist und sich so gut mit unserer Wertebasierten Arbeit deckt, habe ich sie mit einem Agenten der unsere Tone-of-Voice trainiert hat, in einen Artikel umgeschrieben. Diesen Artikel haben wir im Team besprochen und dann habe ich ihn nochmal überarbeitet, bis er nun so da ist wie ers hier steht.

Mit Liebe recherchiert und geschrieben von Miriam Horn-Klimmek

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