22. Juli 2021

Warum eigentlich? Was Vision & Mission mit Design zu tun haben

Um zu wissen Wie ich etwas sagen will, muss ich zuerst einmal wissen Warum ich es sagen will. Das klingt völlig logisch: Eine Forderung nach einem dringend benötigten Pflaster formuliere ich anders, als einen Wunsch nach einem frischen Tee.

Komplexer wird es beim Warum einer Unternehmung. Denn das Warum steckt meist so tief in uns drin, dass wir nicht lange darüber nachdenken:

  • Warum gehe ich zur Arbeit?
  • Warum machen mir bestimmte Dinge mehr Spaß und andere weniger?
  • Warum haben wir dieses Unternehmen gegründet?

Die Frage nach der Vision und Mission – also die Antwort auf das Warum und das Wie – wird selten im Kontext von (Kommunikations-)Design gesehen. Oft werden Visionen erarbeitet mit eine:r Unternehmensberater:in oder intern als Teambuilding-Maßnahme. Aber was passiert mit diesen Visionen, nachdem sie formuliert und aufgeschrieben wurden?

Vor ein paar Wochen hatten wir ein spannendes Gespräch mit einem Mitarbeiter, der gerade aus einer solchen Maßnahme kam: Vision & Mission wurden im Team mit externer:m Berater:in erstellt. Ihm kam diese Maßnahme leider nutzlos vor, weil es keine Veränderung in seinem Alltag hatte. „Was machen wir jetzt damit – das was da raus gekommen ist, wusste ich doch schon vorher“. Das hat uns aufhorchen lassen: Was passiert denn nun wirklich damit? Warum wurde diese Vision erstellt? Und für wen?

Vision und Mission – erlebt, erlebbar und gelebt

Nach einer intensiven und konzentrierten Arbeitsphase wird euch die erarbeitete Vision nicht fremd vorkommen. Das ist ja auch völlig klar: Denn ihr arbeitet ja schon tagtäglich damit. Wir alle haben sie – wir sprechen nur eher selten bis nie explizit darüber. Es wäre schlimm, wenn dabei eine völlig neue Vision entstehen würde, mit der sich niemand mehr identifizieren kann. Aber der Frust, wozu das Ganze jetzt auf einem Poster im Besprechungszimmer oder Eingangsbereich hängt, der ist gut nachvollziehbar. Besonders wenn gerade eh viel zu tun ist.

Also: Was macht euer Team mit der Vision und Mission im Alltag? Wie unterstützt euch das Warum im täglichen Arbeiten?

Wir haben vor einigen Jahren angefangen vor jedem größeren Projekt einen Workshop zu machen, in dem wir die Frage nach dem Warum klären. Zuletzt haben wir den Workshop für Branding und Corporate Design auf zwei Termine erweitert: im ersten Termin erfahren wir mehr über die Vision und Mission der Unternehmung bzw. Organisation und erst im zweiten Workshop steigen wir in die klassischen Dinge ein: Wettbewerb, Zielgruppe und Werte. Wer sich dafür interessiert findet hier mehr zu unseren Workshops.

Das Warum (Vision) und Wie (Mission) ist für uns von essentiellem Wert bei der Entwicklung von Branding und Corporate Identity, weil wir so immer wissen wohin die Reise gehen soll.

Andernfalls muss viel geraten werden und es entstehen schnell unpassende Entwürfe, die weder euch noch eure Zielgruppe richtig berühren können.

Das Spannende ist: Wir können dann direkt auf der festgehaltenen Vision und Mission aufbauen. So geht die Arbeit nicht verloren oder wird auf ein Poster gedruckt und vergessen: Wir bringen sie mit euch gemeinsam zum Leben. Dadurch können alle Teammitglieder direkt mit der neuen Vision arbeiten und sie erlebbar machen bzw. im täglichen arbeiten direkt umsetzen.

Das ist ein erster Schritt Richtung „Unternehmenskultur aufbauen“ (hierzu unten mehr).

Warum ist eine Vision so wichtig fürs Branding?

Euer Corporate Design/Branding repräsentiert euch nach außen – es spricht für euch, wenn niemand da ist und kann Werte vermitteln, die man so nicht aussprechen kann oder würde. Aber um diese Dinge richtig zu kommunizieren, muss klar sein Was gesagt werden soll – und eben besonders Warum es gesagt werden soll.

Deswegen müssen wir wissen Warum ihr das macht was ihr macht. Wir möchten das Ganze visuell übersetzen und verständlich machen – für eure Zielgruppe, aber auch für euch selbst. Ein geliebtes (und damit automatisch gelebtes) Branding schafft nämlich auch Zusammenhalt im Team.

Kommunikationsdesign – gestalterische Beratung

Unsere Workshops – am Anfang eines Brandings, ReBrandings oder auch nur bei Anpassungen eines bestehenden Brandings – haben zwei Vorteile:

  1. Wir lernen das Unternehmen kennen und können eine passende visuelle Identität entwickeln.
  2. Das Unternehmen selbst nimmt sich Zeit über die eigenen Ziele und „Warums“ nachzudenken.

Denn: obwohl wir diese Ziele tief in uns tragen, ist es gerade in der Zusammenarbeit wichtig, sie auch mal auszusprechen und sich darüber zu verständigen. Genau deswegen ist dies ja so oft Teil einer Unternehmensberatung. Wir steigen dann aber direkt in den nächsten Schritt ein und können diese Dinge greifbar machen und visualisieren.

Vision und Mission – Wie das mit Unternehmenskultur zusammenhängt

Was aber tun, wenn die Vision und Mission irgendwie nicht so richtig sitzt? „Culture eats Stategy for Breakfast“ (Peter Drucker) sagt man ja nicht ohne Grund: Deswegen scheitern die Poster im Flur oder Besprechungszimmer eben auch schnell.

Um hier den richtigen Ansatz zu finden, arbeiten wir eng mit zwei Unternehmens- und Prozessberater:innen zusammen, die die Relevanz von Strategie und Umsetzung (also auch Design) für genauso essentiell halten wie wir.

Mit der Kooperation „Unternehmenskultur gestalten“ haben wir schon einige Projekte gemeinsam begleiten können. Denn während wir Beratung zur Marke machen, können Annette Lang und Daniel Trumbach zum Thema Personalstrategien oder Arbeitsorganisation viel tiefer mitentwickeln. Das Ganze kann sogar gefördert werden mit dem Programm UnternehmensWert:Mensch.

Die Fragen „Wie setzen wir die Unternehmenswerte als Ziele um?“ und „Wie ergreife ich Maßnahmen im Team?“ betrachten wir dann immer interdisziplinär. Das erleichtert die Umsetzung natürlich, weil alle relevanten Personen gemeinsam von Anfang an mitdenken.

Auf unserer gemeinsamen Webseite unternehmenskultur-gestalten.de erfahrt ihr mehr über diese Zusammenarbeit.

Mit Liebe recherchiert und geschrieben von Miriam Horn-Klimmek