KI-Browser: beeindruckend schnell aber ein bisschen unheimlich
Ich teste gerade verschiedene neue KI-Werkzeuge. Nicht, weil es gerade alle tun, sondern weil sie meinen Arbeitsalltag ganz konkret verändern könnten. Einer dieser Tests: KI-Browser. In meinem Fall Comet von Perplexity.
Ich war beeindruckt – und hatte gleichzeitig ein wenig Bauchschmerzen.
Recherche delegieren
Ein sehr konkretes Beispiel: Ich habe Comet auf eine kleine Reise geschickt mit der Aufgabe, Druckkosten zu vergleichen – für unterschiedliche Produkte wie Kugelschreiber, Schreibblöcke, Tassen, T-Shirts und ähnliches.
Was dann passiert ist, war erstaunlich effizient. Comet hat passende Online-Druckereien recherchiert, die Ergebnisse sortiert und jede Druckerei direkt in einem eigenen Tab geöffnet. Kein stundenlanges Googeln, kein Verlieren von Links, keine repetitive Klickarbeit.
Genau hier liegt für mich die Stärke solcher KI-Browser:
- Fleißarbeit abnehmen
- Überblick entsteht sehr schnell
- Recherche und Vergleich werden deutlich entspannter
Denken bleibt meine Aufgabe
Gleichzeitig wurde mir schnell klar, wo für mich eine Grenze liegt. Das eigentliche Denken – also Einordnen, Abwägen und Entscheiden – nimmt mir Comet nicht ab. Und das sollte er auch nicht.
Denn es fehlt der Kontext: Welche Druckerei passt zu meinen Werten (z.B. wegen Nachhaltigkeit, Produktionsort oder Lieferketten)? Was bedeutet „günstig“ überhaupt in einem konkreten Projekt?
All das kann ein KI-Browser nicht wirklich beurteilen. Er kann sammeln – aber keine Verantwortung übernehmen. Oder vielleicht doch, wenn ich ihm diese Perspektiven als Fragestellungen dazugebe?
Geschwindigkeit als Bauchgefühl
Was mich am meisten beschäftigt hat, war weniger die Qualität der Ergebnisse als die Geschwindigkeit. Wie selbstverständlich es sich anfühlt, Aufgaben einfach abzugeben. Wie schnell dieses „Mach du mal“ normal wird.
Damit kommen automatisch Fragen auf:
- Welche Daten fließen dabei eigentlich wohin?
- Was gebe ich preis, ohne es bewusst zu merken?
- Und wie abhängig mache ich mich gerade von Werkzeugen, die ich wenig kontrollieren kann?
Das erinnert mich stark an frühere technologische Entwicklungen: erst bequem und effizient, später dann schwer wieder einzufangen. Und vielleicht gewöhne ich mich auch zu sehr an den Convenience-Faktor, sodass ich später gar nicht mehr „ohne“ kann?
Mein Zwischenfazit
KI-Browser wie Comet sind für mich Werkzeuge. Keine Denkpartner:innen, keine Entscheidungsinstanz und ganz sicher kein Ersatz für Haltung. Ich sehe Potenzial in den Bereichen Recherche, Marktüberblick und Zeitersparnis. Bei Datenschutz, zu viel Automatisierung und dem schleichenden Auslagern von Denken habe ich noch etwas Bedenken.
Vielleicht ist genau das gerade die eigentliche Aufgabe: sehr bewusst zu entscheiden, wofür ich KI einsetze – und wofür nicht.
Austausch statt Antworten
Nutzt ihr schon KI-Browser? Fühlt sich das eher nach Erleichterung an oder auch ein bisschen nach Kontrollverlust? Ich bin neugierig auf eure Erfahrungen und Gedanken. Austausch hilft mir da mehr als schnelle Ja-Nein-Antworten.
Titelbild: Hanna Barakat & Cambridge Diversity Fund / Data Lab Dialogue / Licenced by CC-BY 4.0 (via betterimagesofai.org)
Disclaimer: Die Idee zum Artikel habe ich schnell als Text diktiert und dann von ChatGPT ausformulieren lassen. Es waren mir ein wenig zu viele Bulletpoint-Listen/Aufzählungen drin, die habe ich dann von Hand noch mal angepasst bzw. umformuliert.
Mit Liebe recherchiert und geschrieben von FORMLOS Berlin